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Ein einzigartiges Naturwunder
Ganz unvermittelt erhebt sich drei Autostunden nordwestlich von Melbourne eine zerklüftete Felsformation aus rotem Sandstein aus der umliegenden Landschaft. Es sind die Grampians, vor rund 400 Millionen Jahren durch Erdverschiebungen entstanden.
Im Laufe der Jahrmillionen formte die Natur daraus ein beeindruckendes Gebirge mit Gipfeln, die bis 1.100 m ansteigen. In der Felsenlandschaft wechseln sich schroffe Klippen und Abhänge mit wildromantischen Tälern, dichten Wäldern, stillen Seen und tosenden Wasserfällen ab und lassen Sie an jeder Biegung eine neue Entdeckung machen.
Erst 1835 wurden die Grampians erstmals von Weißen während einer Expedition in das damals noch völlig unbekannte Landesinnere entdeckt. Aber schon sehr viel früher waren die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, von der einzigartigen Schönheit des Gebirges gefangen. Sie siedelten bereits vor 5.000 Jahren in den Grampians, die sie in ihrer Sprache Gariwerd nannten. Es war für sie ein mystischer Ort, wie die zahlreichen Felsmalereien in den Höhlen beweisen, die von ihren Legenden und Visionen erzählen.
Die Koories, wie die Aborigines sich im Süden Australiens nennen, haben nur an wenigen Plätzen des Kontinents mehr Zeugnisse ihres Daseins und ihrer Kultur hinterlassen als in den Grampians. An über 100 Stellen sind gut erhaltene Felszeichnungen entdeckt worden, daneben Feuerstellen und Werkzeuge. Wer mehr über das Leben der Koories in den Grampians erfahren möchte, sollte sich im "Brambuk Aboriginal Cultural Centre" eingehend informieren.
Auch heute sind Besucher von der Schönheit der Grampians, die 1984 zum Nationalpark erklärt wurden, fasziniert. Zahlreiche Wanderwege führen durch die dichten Wälder. Im Frühjahr sind die Grampians ein leuchtendes Farbenmeer, wenn die rund 1.000 verschiedenen Pflanzenarten und Blumen blühen. Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Über 200 Vogelarten nisten in den Grampians, die Tierwelt ist erstaunlich artenreich: Kängurus und Koalas können in freier Wildbahn beobachtet werden, und auf Erkundungstouren während der Dämmerung erblickt man vielleicht so scheue Tiere wie Echidnas oder Opossums.
Auch für Bergsteiger sind die Grampians und der nahe gelegene Mt. Arapiles ein Muss: die schroffen Felsen mit ihren Vorsprüngen und Überhängen bieten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden reichlich Gelegenheit, die eigenen Kletterkünste zu erproben. Der Lohn der Mühe sind die atemberaubenden Ausblicke in die Weite der Landschaft. Man kann die Grampians gut allein erkunden, aber unvergessliche Erlebnisse sind garantiert, wenn Sie sich einer geführten Wanderung oder einer mehrtägigen Tour anschließen. Für Naturliebhaber sind sicher auch die zahlreichen Campingplätze in den Grampians für eine Übernachtung ideal - näher kann man der Natur kaum sein.
Ausgangspunkt vieler Aktivitäten ist der kleine Ort Halls Gap, das wirtschaftliche Zentrum der Region, der an den steil abfallenden Osthängen der Grampians liegt.
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